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Achtung: Der Titel ist ernst gemeint! Es handelt sich im folgenden grundsätzlich um persönliche und absolut subjektive Meinungsaussagen von KirstenC., auch wenn nicht in jedem Satz explizit darauf hingewiesen wird!

 

Kirstens ganz persönliche Vasen-FAQ

 

 

 

 

 

 

Übersicht: Klicken Sie auf ein Kapitel: 

 

Vorwort: Der Vasenvirus

Was für eine Vase?

Der Standort

Vasentechnik

Wie gestalte ich eine Vase?

Es geht los!

Einrichtung 

Über Vasenwasser

Tierische Vase

Linkliste zum Vasenshopping

 

Vorwort: Der Vasenvirus: Prävalenz, Diagnose, Verlauf und Prognose

 

Als ich selbst plötzlich und unerwartet von diesem relativ neuartigen Virus befallen wurde, war die erste Reaktion natürlich Abwehr und mangelnde Krankheitseinsicht. Erst im fortgeschrittenen Stadium war es mir möglich, mir die Infektion einzugestehen. So bin ich heute, obwohl selbst mitten im Krankheitsverlauf, in der Lage, genug Distanz und Selbstreflektion aufzubringen, um diesen Text zu verfassen. 

 

Die Prävalenz in der Gesamtbevölkerung ist noch verschwindend gering. Unter Aquarianern ist sie leicht erhöht, doch unter Garnelisten steigen die Zahlen bedenklich in letzter Zeit. Insbesondere scheinen Nutzer des Garnelenforums betroffen zu sein. Es wird vermutet, das sich hier besonders resistente Keime festgesetzt haben, die auf hervorragende Umweltbedingungen und anfällige Wirte getroffen sind. Für die nahe Zukunft werden epidemische Ausmaße befürchtet.

 

Die Diagnose ist recht einfach und die Symptomatik eindeutig, wenn auch vielfältig. 

  • Gehäufte Besuche von schwedischen Möbelhäusern, Krims-Krams-Billigläden, Dekoabteilungen. ..
  • In verschiedensten Situationen (Kaffeetrinken bei der Schwiegermutter, Gesprächstermin im Chefbüro etc) haften die Blicke unlösbar an allen transparenten Behältern, die eventuell mehr als 0,3l Wasser enthalten könnten. Die Fähigkeit zu gesellschaftlich angemessenem Verhalten lässt nach, was sich in unangemessenen Bitten um den Verkauf- egal zu welchem Preis, oder im Extremfall in versuchtem Diebstahl von solchen Behältern äußern kann.
  • In der freien Natur äußert sich der Virus in fest auf dem Boden haftenden Blicken, bevorzugt im dichteren Unterholz. Zwanghaftes und manisches Sammeln von Steinen, Wurzeln und Ästen wurde oft beobachtet. 
  • Soziale Beziehungen werden vernachlässigt, Ehen zerbrechen nicht selten. Die Frage „Die Vase oder ich!“ führt in der Regel direkt zum Scheidungsanwalt. 
  • Die Betroffenen vereinsamen, zumal soziale Kontakte erschwert werden, da sich das gesamte Denken der Betroffenen nur um Vasen dreht und sie die Fähigkeit zu Kommunikation über andere Themen nach und nach verlieren.

 

Leider ist zum Verlauf zu sagen, dass er definitiv und unter allen Umständen progressiv ist. Die Anzahl der Vasen nimmt zu, niemals ab. Ein Ende dieser Progression wurde bisher noch nicht beobachtet oder dokumentiert. Eine Vase mehr geht immer noch....

 

So muss auch nach heutigem Kenntnisstand die Prognose ernüchternd ausfallen. Im Endstadium verbringen die Betroffenen ihr Leben zwischen Vasen und dem Internetzugang, unfähig zu sonstigen sozialen Kontakten oder Tätigkeiten. Unter Umständen ist externe Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr angeraten, um den körperlichen Verfall wenigstens aufzuhalten. Der psychische Verfall ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu bremsen. Die gesamtwirtschaftlichen Folgen dieser viralen Epidemie sind nicht vorherzusehen. Bis auf die Glasartikelbranche wird die Wirtschaft komplett zusammen brechen. 

 

Der geneigte Leser mag nun in etwa erfassen, in welch dramatischer Gefahr wir uns befinden. Viel Forschung wird nötig sein, diesen Virus zu bekämpfen und eines Tages den Betroffenen professionelle Hilfe anbieten zu können. 

 

Bis es so weit ist, hier nun ein paar Tipps für frisch Infizierte: 

 

 

 

 

Was für eine Vase?

 

 

Volumen

Theoretisch kann man aus jedem Fingerhut und jedem Schwimmbad eine „Vase“ machen.  Umso größer das Gesamtvolumen, desto mehr Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich. Man möge aber bedenken, dass „sehr klein“, ebenso wie „sehr groß“ auch Schwierigkeiten bei der Pflege bedeuten können. Wer Tiere in der Vase halten möchte, sollte sich für das größere Volumen entscheiden. Für Schnecken und wenige Garnelen ideal ist zum Beispiel „Bladet „von Ikea mit 45cm Höhe und 22l Gesamtvolumen. Umso mehr, desto besser. Reine Schneckenvasen kann man ab etwa 5l einrichten. 

Bei der Idee, größere Volumen seien als „Biotope“ stabiler als kleinere, handelt es sich um einen Mythos. Wichtig ist, Tierbesatz, Futter- und Düngermengen an das Volumen anzupassen. Die Naturgesetze sind die gleichen, egal wie groß das Volumen ist.


 

Bodenfläche

Wichtiger als das Gesamtvolumen ist die Bodenfläche. Je größer diese ist, desto besser ist nicht nur die Standfestigkeit der Vase, sondern desto leichter ist die Gestaltung und desto besser ist der Lebensraum für viele Tiere geeignet. 


 

Höhe

Umso höher die Vase, desto schwieriger die Pflege. Es gibt spezielle Werkzeuge, Pinzetten und Scheren, bis zu 60cm lang, diese sind aber nicht ganz billig. Mein Rat ist: Man sollte mit der Hand noch an den Bodengrund reichen. Bei meiner 65cm-Vase geht das schon fast nicht mehr. Die Höhe beeinflusst auch den Gasaustausch mit der Oberfläche, je höher, desto dringender CO2 und O2-Zufuhr. (dazu später)


 

Glasstärke

Es liegt auf der Hand, dass eine als Aquarium genutzte Vase starken Belastungen ausgesetzt ist, für die sie nicht unbedingt ausgelegt ist. Umso dicker die Glasstärke, desto sicherer, leider auch desto schlechtere Fotoqualität. Achtung: Mundgeblasene Vasen weisen in der Regel Lufteinschlüsse auf. Diese sind empfindlicher als der Rest der Vase und so mögliche „Sollbruchstellen“. 


 

Form

Ist das Volumen und die Bodenfläche ausreichend, ist die Form reine Geschmacksache. Umso mehr Krümmungen, desto mehr wird das Bild des Betrachters verzerrt. Wobei auch das seinen eigenen Reiz haben kann. 

Vasen, die nach oben eher schmaler werden, haben eine noch kleinere Oberfläche. Umso kleiner die Oberfläche im Verhältnis zum Volumen, desto wichtiger ist es, Sauerstoff zuzuführen, weil weniger Gasaustausch an der Oberfläche stattfindet.


 

Der Standort

 

Fragen bei der Standortwahl:

 

 

Bei der Wahl des Standortes einer Vase darf man sich auch mal vertun, denn eine Vase ist in der Regel schneller umgestellt als ein 500l-Aquarium. Beachten sollte man folgende Aspekte: 

Gefahr des Anstoßens/Umkippens (Kinder, Tiere, trottelige Besucher...)

(Eventuell) Genügend Tageslichteinfall? 

Temperatur (Nicht zu nah an der Heizung, nicht zu kalt...)

(Eventuell) Steckdosen erreichbar?

(Eventuell) Platz für eine Bio-CO2-Flasche?

Bequemer Platz zum gucken vorhanden? (Sie werden in Zukunft viel Zeit dort verbringen und wollen ja keinen steifen Nacken kriegen)

Etwas Platz für Zubehör, das man gerne in der Nähe greifbar hätte? (Futter, Pinzette, Dünger...)


 

Fensterbank Pro und Contra

Mein bevorzugter Standort ist ja das Sonnenfenster. Oft ist die Fensterbank ein guter Standort. Beachten sie aber, ob sie das Fenster noch kippen wollen, ohne jedes mal die Vase umzustellen. Messen sie also auch ab, ob es bei gekipptem Fenster noch passt. Fensterscheibe gegen Glasvase ist ein Wettstreit, den sie nicht erleben wollen... egal welches kaputt geht, es ist nicht so wirklich schön ;) 

Oft sind Heizkörper unter dem Fenster angebracht, damit können sie sich im Winter selbst bei schlecht isolierten Fenstern meist die Heizung in der Vase sparen. 

Am Südfenster kann es im Hochsommer zu heiß werden, das müssen sie ausprobieren und eventuell für ein paar Wochen die Scheiben abkleben, Jalousien in der Mittagszeit runterlassen oder die Vase umstellen oder einen Ventilator aufstellen.


 

Vasentechnik


 

Es werde Licht, aber wie?

Das beste Licht für ein Aquarium ist Tageslicht. Nicht umsonst heißen teure Röhren für Aquarienspeziallampen oft „Daylight“. Das kriegt man in der Regel kostenlos, sofern man stolzer Besitzer einer Wohnung mit Fenstern ist. Das soll ja gar nicht so selten sein. Direktes Sonnenlicht ist auch kein Teufelswerk, sofern sie keine Vampire in ihrer Vase halten möchten. Man sagt, in natürlichen Gewässern sei schon beobachtet worden, dass Tageslicht und sogar Sonnenlicht darauf fallen,, ohne dass irgendwelche schrecklichen Dinge passiert sind. Wichtig zu wissen ist: Umso mehr Licht, desto mehr Stoffwechsel bei den Pflanzen, also brauchen sie auch mehr Dünger in Form von CO2 und Flüssigdünger. Diese Dinge sollten in einem gewissen Gleichgewicht vorhanden sein, dann machen sich auch keine Algen breit (Ausnahme: „Einlaufphase“ )

Haben sie keinen Tageslichtplatz für ihre Vase, können sie einfach eine Schreibtischlampe nehmen. Verwenden sie Energiesparleuchten mit etwa 6500 Kelvin (Lichtfarbe). Umso mehr Watt, desto besser. Notfalls tut es auch ein LED-Spot oder eine Klemmleuchte. Umso höher hier die Lumenzahl, (Lichtstärke) desto besser. Natürlich können sie auch spezielle Aquaristikspots kaufen. Diese Klemmleuchten sind aber in der Regel nicht ohne weiteres an den runden Vasenrändern zu befestigen.


 

Warum braucht man für eine Vase keinen Filter?

Die klügere Frage wäre: „Warum braucht man für ein Aquarium einen Filter?“. Da ich bisher keine Antwort auf diese Frage gefunden habe, benutze ich keine Filter. Weder in Aquarien noch in Vasen. Es gibt Tiere, die eine gewisse Wasserbewegung wünschen oder benötigen. Wenn man solche Tiere halten möchte, sollte man für die angemessene Strömung sorgen. Das geht aber mit schlichten Strömungspumpen, dazu braucht man auch keinen Filter. 

Will man eine Vase unbedingt mit viel zu vielen Tieren besetzen, sollte man sich mal erst fragen, warum man das will... und dann kann man einen Filter einbauen. Meinetwegen... Ansonsten braucht man keinen. Wozu auch? Ein Filter beinhaltet ja auch Risiken. Schwebstoffe werden ausgefiltert und sind nicht mehr sichtbar. Dennoch sind sie ja noch im Filtermaterial vorhanden. Aus den Augen aus dem Sinn? Besser, sie sehen den „echten“ Zustand ihres Wassers. 

Ein Filter kann kaputt gehen, der Strom kann ausfallen und dann sterben die dort lebenden Bakterien, denn sie sind an die Versorgung durch das schnell hindurchfließende Wasser gewöhnt. 

Mögliches Futter für Garnelen wird aufgesogen und hängt für die Tiere unerreichbar im Filter. 

Weniger Bakterien siedeln auf den Substraten in der Vase, weil der Filter die besseren Lebensbedingungen bietet. Ich finde es schöner, wenn die zum Beispiel auf meinen Scheiben wohnen und die Algen verdrängen. 

Neben diesen Nachteilen sehe ich keine Vorteile eines Filters. Wenn sie einen entdecken, teilen sie ihn mir mit! Ich suche schon lange...


 

Brauche ich eine Heizung?

Ganz klar: Jein! Pflanzen und Tiere könnten unter Umständen gewisse Mindest-Temperaturen brauchen. Im Winter am schlecht isolierten Fenster fällt bei mir die Temperatur unter 18 Grad, durchaus auf 15/16 Grad, Das ist für die meisten Pflanzen und auch Schnecken kein Problem. Garnelen sind damit aber nicht gut bedient. In der Vase an diesem Fenster benutze ich also eine Heizung im Winter. Nett ist es, wenn die Temperatur nicht dauerhaft unter 22 Grad sinkt. 

 

Brauche ich eine Kühlung?

Für die meisten Tiere und Pflanzen sind vorübergehend Temperaturen bis 28 Grad kein Problem. Bei 30 Grad wird es meist kritisch. Das kann an Südfenstern passieren, aber auch bei Vasen mit einer Kunstbeleuchtung, die viel Wärme abstrahlt. Die Lösungsmöglichkeiten sind: Anderer Standort (vorübergehend), Licht tagsüber aus machen, Ventilator aufstellen. 

Mit kühlerem Wasser täglich Wasser zu wechseln ist für Garnelen keine gute Idee, die starken Temperaturschwankungen sind purer Stress. Für Schneckenvasen kann es eine Option sein, ist aber auch nicht ideal.


 

Brauche ich CO2 für eine Vase? 

Nicht unbedingt. Bei viel Licht: Ja. Bei wenig Licht und anspruchslosen Pflanzen: Nicht unbedingt. 

Wer Lust an tollen, anspruchsvolleren Pflanzen hat, kommt um viel Licht und CO2 nicht herum.

Ich mag Bio-CO2. Da wir keine Wasserbewegung haben, funktioniert die Einbringung über eine Paffrathschale nicht. Ich empfehle Glasdiffusoren. Bei der Anlage von JBL (Pro Flora 80) ist ein solcher dabei. (Die schwarzen Schläuche kann man gegen transparente austauschen, das sieht besser aus. Man muss keine speziellen CO2-Schläuche kaufen, etwas Verlust unterwegs spielt für uns Vaserianer keine Rolle). Achtung: In den ersten Tagen sprudelt eine gute Mischung (200g Zucker, handwarmes Wasser und ein viertel Teelöffel Trockenhefe) sehr stark! Den Diffusor am besten noch über die Wasseroberfläche oder ganz knapp darunter hängen, sonst kommt es zu einem PH-Sturz! Im Laufe der ersten Woche den Diffusor langsam weiter runter schieben. PH kontrollieren! Danach ist alles gut für etwa 3 Wochen... dann muss man eine neue Lösung ansetzen. Umso kleiner das Vasenvolumen, desto größer hier das Risiko!

Man kann eine Bio-CO2 Anlage auch selber bauen. Für Anleitungen bitte googlen. Schön finde ich die Idee, besonders hübsche Flaschen zu benutzen und die Mischung darin mit einem Tropfen Lebensmittelfarbe zu färben. Das bietet einen zusätzlichen Deko-Effekt. Ich bin dazu aber zu faul und verstecke meine CO2-Behälter in einer Ecke. 

Achtung: Knallt die Sonne auf die Flaschen, steigt die Aktivität stark an. Also ein Auge drauf haben, wenn die Flasche Sonne abbekommt. Temperaturen über 40 Grad schaden den Hefebakterien.

Den Diffusor sollte man öfter mal reinigen. Man legt ihn in eine 50/50 Mischung aus DanKlorix und Wasser ein. nach 30 Minuten ist er blitzblank. Mit reichlich Essigwasser ausspülen (Spritze mit Schlauchaufsatz), das neutralisiert das Chlor und dann noch mal mit klarem Wasser spülen, fertig. Das hilft auch oft, wenn der Diffusor Pfeifgeräusche macht. (Besonders ganz neue machen das oft, weil sich noch Staubkrümel aus der Produktion im Diffusor befinden)

Egal, was man Ihnen erzählen will: Man kann CO2 nicht einfach mit einem speziellen Flüssigdünger in die Vase bringen. Flüssiger Kohlenstoff erhöht den CO2-Gehalt in einer nicht messbaren Menge. Das ist QUATSCH. 


 

Ist ein Oxydator wirklich nötig?

Meist nicht. Aber sehr nützlich und hilfreich ist er. Wenn es irgendwie geht, sollte man einen in jede Vase stellen. Nicht nur die Tiere brauchen Sauerstoff, auch die aeroben Bakterien. Denen kann man es nicht gemütlich genug machen und ein Oxydator ist dazu hervorragend geeignet. Da wir wenig Oberfläche und kaum Oberflächenbewegung haben, findet wenig Gasaustausch in Vasen statt. Ein Oxydator ist hier einfach sehr sinnvoll. 


 

Und was ist mit so einem Sprudelstein mit Luftpumpe?

Ist nicht zu gebrauchen. Durch die verstärkte Oberflächenbewegung und die leichte Wasserumwälzung wird vermehrt CO2 an die Außenluft abgegeben ... das tut den Pflanzen nicht gut. Im Notfall kann so ein Ding während einer starken Bakterienblüte und bei bestimmten medikamentösen Behandlungen (Tremazol) nötig sein. 


 

Wie gestalte ich eine Vase?

 

 

  

 

Das Problem mit der Höhe

Gestalterisch sind Vasen eine Herausforderung. Lassen sie sich etwas einfallen, um nicht nur unten alles voller niedriger Pflanzen zu haben oder alles vollgestopft mit hohen Pflanzen. Verzweigte Äste, Wurzeln, wenige schlanke, hohe Pflanzen, „schwebende“ Mooskugeln aus Styropor, zweite Ebene aus einem Weinglas, Moosäste mit Saugnäpfen befestigt usw... Seien sie kreativ und überraschen sie das Garnelenforum mit völlig neuen Ideen. Ich werde die dann kopieren;) 

 

 


 

Welcher Bodengrund?

Alles ist möglich. Bedenken sie, dass der Bodengrund der hauptsächliche Wohnort von Bakterien ist. Bieten sie denen was. Ich habe gute Erfahrungen mit Natursand, aber auch verschiedenen „Soils“ gemacht. Diese aktiven Bodengründe helfen, den PH zu senken, die Wasserwerte zu stabilisieren und sogar Giftstoffe aus dem Wasser zu saugen. Nach 1-2 Jahren verlieren sie ihre Wirkung und sollten ausgetauscht werden. Ich persönlich gestalte eine Vase sowieso spätestens dann um, weil es mir langweilig wird. Der Preis ist zwar happig, aber wir brauchen ja nur ganz wenig. Irgendwelche vorgedüngten, zusätzlichen Substrate wie im Handel angeboten, empfehle ich nicht. Bei jedem Umpflanzen gelangen Teile davon ins Wasser und das ist nicht gut. Es soll auch gehäuft zu Fäulnissprozessen kommen. Sehr stark wurzelzehrenden Pflanzen kann man etwas Erde unter die Füße schieben. Meist ist das aber nicht nötig.


 

Äste, Wurzeln und Steine 

Die Welt da draußen ist voll davon. Ich verstehe nicht, warum man etwas kaufen sollte, was man überall draußen finden kann. Lassen sie die Finger von Nadelholz... alles andere geht. Hartholz hält länger als Weichholz. Wurzeln halten länger als Holz. Es darf keine faulenden Stellen geben, es sollte möglichst trocken sein, die Rinde, insbesondere die Bastfaser unter der Rinde so gut wie möglich entfernen und alles gründlich reinigen. (Tipp: Alte Zahnbürste für schwer zugängliche Stellen) Nicht kochen! Am besten eine Weile wässern und öfter das Wasser wechseln. Beginnt es faulig zu riechen: Wegwerfen. (siehe auch „Bakterienteppich“) 

Holz schwimmt! Es kann Monate dauern, bis eine Wurzel oder ein Stück Hartholz von selbst unten bleibt. Legen sie Steine drauf, befestigen sie es an einem Saugnapf... oder wässern sie es so lange außerhalb der Vase, bis es nicht mehr aufschwimmt.

Steine können das Wasser aufhärten. Legen sie sie für ein paar Tage in ein Wasserglas oder eine kleine Schüssel und messen sie den Leitwert. Steigt er stark an, ist der Stein eher nicht geeignet.


 

Welche Pflanzen sind geeignet?

Wenn man eine „Kleine Welt“ gestalten möchte, braucht man auch kleine Pflanzen. Daher finde ich im allgemeinen Moose sehr empfehlenswert. Moose kann man auch auf Holz/Wurzeln aufbinden und so verschiedene Höhen begrünen. Garnelen lieben Moose. Natürlich kann man auch andere kleine Aufsitzerpflanzen verwenden.:Anubia nana petit oder bonsai, Bucephalandrien oder auch kleine Javafarnarten.

Pflanzen, die im Boden wurzeln, sind meist weniger geeignet. Sie verbreiten sich schnell und bilden neue Ausläufer im Boden. Will man sie dann reduzieren, wühlt man jedes mal den Boden auf. Ich habe nur noch sehr langsam wachsende Wurzelpflanzen... 

Grundsätzlich empfiehlt es sich dringend, wenn sie Garnelen in der Vase halten möchten, Pflanzen von anderen Garnelisten aus gut laufenden Becken zu kaufen ( siehe unter:„Garnelen sterben“)


 

Es geht los: 

 

Vorbereitung: 

 

Alte Vasen reinigen

Die Vase aus Omas Schrank hat einen Kalkrand und andere Ablagerungen? DanKlorix hilft. Vase randhoch mit 50/50 DanKlorix/Wasser füllen, über Nacht stehen lassen. (Fenster öffnen, Chlor gast aus!) Eventuell mit Essig nachspülen, mit klarem Wasser abspülen, fertig. Ist bei einer sehr großen Vase nur der obere Rand betroffen, stellen sie sie kopfüber in eine Schüssel mit DanKlorix/Wasser-Gemisch, das spart den Chlorreiniger und stinkt weniger.


 

Bodengrund spülen

Egal ob Natursand oder Soil, den Bodengrund sollte man ausspülen, bevor man ihn benutzt. Soils nur sanft mit handwarmem Wasser leicht ausspülen. Nicht doll rumrühren. 

Sand und Kies darf man auch heißer spülen und ordentlich rühren dabei. Den Bodengrund dann feucht in die Vase füllen und so viel Wasser einfüllen, dass er knapp bedeckt ist. Noch mal vorsichtig leicht drin rumstochern um Luftblasen möglichst zu entfernen. 


 

Bodengrund (Sand/Kies und Soil) testen

Natursand und Kies können auch aufhärten, so wie Steine. Und so geht auch der Test: Am besten mehrere Tage einfach nur gerade so mit Wasser bedeckt stehen lassen und vorher und nachher den Leitwert messen. 

Aktive Bodengründe (Soils) müssen sich erst einpendeln und können in den ersten Wochen die Wasserwerte sehr stark beeinflussen. Haben Sie ein Auge drauf. 


 

Einrichtung

 

Moose aufbinden

Moose bindet man am besten mit durchsichtigem Nylongarn oder Anglerschnur auf. Das sieht zuerst seltsam aus, aber das Moos wächst dann schon mit der Zeit hübsch aus seiner Fesselung heraus. Anfangs ist es eine echte Fummelei, aber wenn man den Dreh einmal raus hat, klappt es prima.

Man kann Moose auch auf flache Kieselsteine auflegen und ein Netz darum befestigen. Duschschwämme („Poof“ genannt) aus Kunststoff eignen sich dazu. 

Ebenso kann man Moose vorsichtig punktuell mit Sekundenkleber ankleben. Bitte Handschuhe benutzen, sonst gibt es Fingersteine statt Moossteine ;) Die handelsüblichen „Sekundenkleber“ sind ungefährlich für Garnelen.


 

„Dry Start“ in der Vase

Viele Moose bilden Haftwurzeln und halten sich damit nach einer Weile an Untergründen wie Steinen oder Wurzeln fest. Eine Vase eignet sich hervorragend für die „Dry-Start“ Methode, bei der man die Moose nur auflegt und noch kein Wasser auffüllt. Man lässt nur so viel Wasser ein, dass der Bodengrund grade bedeckt ist. Dann deckt man die Vase mit einer Frischhaltefolie ab. Einmal am Tag sollte man die Pflanzen feucht besprühen. Nach etwa 10 Tagen sollten die Moose festgewachsen sein und man kann vorsichtig das Wasser einlassen. Auch Bodendecker kann man so vorwurzeln lassen.


 

Wasser auffüllen

Man schüttet natürlich nicht das Wasser einfach aus einem Eimer ins Becken. Pflanzen pflanzt man vorher ein. Steine und Wurzeln kann man auch schon drapieren. Dann legt man Küchentücher („Zewa“) auf die gesamte Oberfläche und stellt eine flache Schale darauf. Auf diese Schale lässt man nun aus einem Schlauch oder einer Gieskanne vorsichtig das Wasser in die Vase fließen. So wird kaum Bodengrund aufgewirbelt. Am Ende vorsichtig die Schale und das Zewa herausnehmen. 


 

Wie lange dauert die „Einlaufzeit“?

Etwa 4-6 Monate. Das heisst aber nicht, dass man erst dann Tiere einsetzen sollte. Tiere produzieren Abfallstoffe, die von guten Bakterien verbraucht und umgewandelt werden. Diese Bakterien müssen sich erst mal vermehren. Deshalb ist es sinnvoll nach und nach Tiere einzusetzen. Zuerst ein paar Schnecken, dann, ein paar Tage später, weitere Schnecken, wieder ein paar Tage später die ersten Garnelen usw.  


 

Wie fördere ich die Mikroflora?

  • Wenn irgendwie möglich, versuchen Sie Pflanzen und auch Dekogegenstände aus gut laufenden Garnelenbecken zu bekommen. An denen haftet bereits eine gute Mikroflora und die kann sich dann in ihrer Vase gut etablieren. 
  • Reduzieren sie in den ersten Wochen die Beleuchtung und steigern sie diese dann langsam.
  • Reinigen sie die Scheiben möglichst nicht! Sie schaffen damit nur Platz für Algen.Die Innenseiten sollten mit einer hauchdünnen Schicht Biofilm überzogen sein, die man nicht sehen kann. 
  • „Impfen“ sie ihre Vase an mit käuflichen Bakterien oder mit etwas Mulm aus einem Aquarienfilter. Man kann auch Teichschlamm nehmen (Achtung, damit fängt man sich aber auch jede Menge sonstiges Leben ein) oder ungedüngte Garten-/Walderde. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit etwas Erde von einem frischen Maulwurfshügel. Ein Teelöffel voll reicht. 
  • „Füttern“ sie auch eine fast leere Vase mit einem Hauch aufgeschwemmter Hefe oder Staubfutter täglich. 
  • Schöpfen sie die Kahmhaut möglichst oft ab
  • Sorgen sie für eine gute Sauerstoffzufuhr (Oxydator)
  • Setzen sie Tiere immer schrittweise ein, nicht zu viele auf einmal.
  • Setzen sie vom ersten Tag an Tiere ein (Schnecken zum Beispiel)

(An dieser Stelle möchte ich explizit darauf hinweisen, dass ich hier bewusst Mythen weiter erzähle, über deren Richtigkeit ich mir keinerlei Urteil erlauben kann!)
 

Probleme in der „Einlaufzeit“

Lassen sie sich nicht von Horrorgeschichten über den berüchtigten Nitritpeak erschrecken.  Nach meiner Erfahrung fällt der einfach mal aus (oder ist nur minimal), wenn sie sich an die Tipps von oben halten. Mit CO2 und eventuell sogar einem aktiven Bodengrund (Soil) sollten sie einen PH-Wert unter 7,5 haben. So entsteht kein für Garnelen gefährliches Ammoniak. Eine vorübergehende leichte Erhöhung des Nitritgehaltes ist für Garnelen nicht so schädlich wie für Fische, da sie kein Hämoglobin enthalten. Häufig zu lesende, gutgemeint Ratschläge, wie: „Lassen sie ihr Becken 4-6 Wochen ohne Besatz einlaufen“ sind Blödsinn. Ohne Tiere kann sich kein Biofilm entwickeln, der mit Tieren klarkommt. Es ist ein Mythos, der nicht auszurotten ist. Entweder, sie messen Ammoniak oder Nitrit und behalten so die Entwicklung im Auge, oder sie wechseln zu Beginn öfter mal eine größere Wassermenge und senken so eventuell höhere Nitritwerte in der Vase prophylaktisch. Der Wasserwechsel in einer Vase ist ja ein Klacks im Vergleich zu einem großen Aquarium. Immer, wenn sie eine Menge neuer Tiere in eine Vase einsetzen, kann der Nitritgehalt vorübergehend ansteigen. Die beste Abhilfe sind häufigere Wasserwechsel.


 

Ihre Chancen stehen etwa 1:9, kein Algenproblem in der Einlaufzeit zu bekommen. Zu 90% bekommen sie eins... egal, was sie tun. Fallen sie nicht auf Werbetricks von findigen Geschäftsleuten rein, die ihnen einreden wollen, sie hätten das Wundermittel gegen Algen.  In den ersten Wochen und Monaten werden aufregende Dinge passieren. Seltsame Tiere kommen und verschwinden wieder und ebenso tauchen verschiedene Algen auf... und verschwinden wieder.
Möglicherweise ist für diese Algen in der Einlaufzeit Ammonium verantwortlich. Der Stickstoffkreislauf muss sich erst etablieren (die entsprechenden Bakterien müssen sich erst Vermehren) und haben wir besonders in der Anfangszeit wahrscheinlich erhöhte Ammoiumwerte (bei PH unter 7,5).

Algen benötigen im Prinzip die gleichen Umweltbedingungen wie Pflanzen. Sie sind also eigentlich ein gutes Zeichen. Im Habitat der Garnelen sind sie nicht selten die einzigen Pflanzen. Geben sie ihrer Vase das, was sie braucht und lassen sie der Natur ihren Lauf.

Fadenalgen kann man absammeln, wenn sie überhand nehmen. Bevor ihr Lieblingsmoos komplett von Fadenalgen umschlungen ist, können sie mal eine Einnebelkur machen. 3 Tage lang geben sie einmal täglich etwa 0,5ml 4,9% Wasserstoffperoxyd (haben sie beim Oxydator dazu bekommen) in eine Spritze und verteilen diese Lösung direkt auf die Fadenalgenbüschel. Bei Vasen unter 20l Volumen nehmen sie weniger! Nach drei Tagen gehen die Fadenalgen ein. das ist aber nur eine Symptombekämpfung und das Moos wird eventuell darunter mit leiden. Besser ist einfach absammeln, öfter mal Wasser wechseln und Geduld. Wenn die Scheiben sehr veralgen, schaben sie die Algen mal mit einer Scheckkarte ab und hoffen sie, dass die nun freien Scheiben schneller von Biofilm als von neuen Algen besetzt werden.

 

Manche Pflanzen kümmern anfangs vor sich hin. Manche werfen gar ihre alten Blätter ab und scheinen einzugehen. Geben sie ihnen 6 Wochen Zeit, bevor sie entscheiden, sie zu ersetzen. 


 

Durch sich stark vermehrende Bakterien entsteht in der ersten Zeit eine sogenannte „Kahmhaut“ auf der Oberfläche. Diese ist an sich nicht schädlich und wird von Schnecken gerne gefressen. Da sie aber den Gasaustausch behindert, macht es Sinn sie ab und zu abzuschöpfen. Einfach ein Küchenpapier („Zewa“) auflegen und wieder abziehen. Die Kahmhaut bildet sich schnell erneut. In einem gut eingelaufenen Becken entsteht keine oder nur sehr selten eine Kahmhaut. 


 

Auf Wurzeln und Hölzern entsteht anfangs meist ein Bakterienteppich, weil dort viele Nährstoffe für Bakterien austreten. Dieser schmierig weißliche Belag sieht seltsam aus, ist aber ein sehr gutes Zeichen. Die Bakterien sind aktiv! Sind die Nährstoffe aufgebraucht, verschwindet dieser Belag. Meist wird er auch von Schnecken und Garnelen gefressen. Eine sehr hochwertige Nahrung!


 

Durch die vorübergehend starke Bakterienvermehrung in der sogenannten „Einlaufphase“ besteht ein erhöhter Sauerstoffbedarf. Deshalb ist von Beginn an ein Oxydator sinnvoll.


 

Einzelne Tiere, meist Garnelen sterben nach dem Einsetzen. Das kommt leider vor. Garnelen müssen sehr sanft an eine neue Umgebung mit neuem Wasser gewöhnt werden. Der Transport ist ein nicht zu unterschätzender Stressfaktor. Geraten sie nicht gleich in Panik und fangen sie nicht an, alles mögliche an ihrer Vase zu ändern. Das macht den Tieren nur wieder Stress. Informieren sie sich vorher gründlich über Garnelenhaltung und bleiben sie ruhig. Es muss nicht gleich eine ansteckende Garnelenseuche sein oder hochgiftiges Zeugs in ihrem Wasser. Manchmal schaffen manche Tiere die Umstellung und den Transportstress nicht. Kaufen sie Tiere von einem seriösen (Hobby-)Züchter und gewöhnen sie sie sehr sanft an die neuen Bedingungen. Mehr können sie nicht tun. Meiner Meinung nach ist eine häufige Ursache für dieses Phänomen im Handel erworbene Pflanzen, die mit- für Fische unschädlichen, für Garnelen tödlichen- Pestiziden/Insektiziden behandelt wurden. 


 

Über Vasenwasser

 

Osmose oder nicht Osmose?

Eine einfache und langsame Umkehrosmoseanlage kostet etwa 40,- Für eine oder mehrere Vasen reicht das völlig. Manchmal ist Leitungswasser belastet oder sehr hart. Moose mögen weiches Wasser und die Garnelen sind von hartem Wasser auch nicht angetan (auch wenn Neocaridinas das nicht umhaut). Wer es also richtig gut machen will, schafft sich so eine Anlage an. Man kann auch destilliertes Wasser kaufen (auf das Fischsymbol achten) und mit Leitungswasser mischen. 

Notwendig ist das alles nicht, wenn ihr Leitungswasser angemessene Werte hat und keine Schadstoffe enthält. Erlauben sie mir die Bemerkung dass Kaffee und Tee mit Osmosewasser deutlich besser schmecken. Manche Garnelenarten sollten sie nicht oder nur unter bestimmten Umständen in Leitungswasser halten. Informieren sie sich. 

Wollen sie nur Osmosewasser oder dest. Wasser verwenden, müssen sie es vorher wieder aufhärten. Dazu gibt es spezielle Salze. 


 

Muss ich düngen und wenn ja, wie?

Ja. Pflanzen brauchen Nährstoffe und Garnelen und Schnecken produzieren kaum so viele und nicht alle nötigen, damit die Pflanzen ihren Stoffwechsel gut aufrecht halten können. Sie brauchen mindestens einen sogenannten „Eisenvolldünger“ oder auch „Mikrodünger“. Ich benutze ProFito von Easy Life. Meist benötigt man für Vasen noch zusätzliche einen Nitrat-/Kaliumdünger. Den gibt es auch von dieser Firma als EL Nitro. Im Prinzip können sie jedes andere entsprechende Produkt nehmen. Aber Vorsicht, zu hohe Nitratwerte sind nicht gut für Garnelen. Hier ist es sinnvoll, mal zu messsen, auch wenn ich sonst kein Fan von zu viel Messen und Testen bin. Ein Nitrattest kann durchaus Sinn machen, wenn sie etwas mehr Wert auf gesunde Pflanzen legen.

Umso mehr Licht, desto mehr Dünger brauchen die Pflanzen. Ist ein einziger Nährstoff zu knapp, kann man das nicht mit einem anderen ausgleichen. Der niedrigste Nährstoff limitiert den Stoffwechsel. Jedes Ungleichgewicht kommt den Algen zugute.


 

Wie oft muss ich wie viel Wasser wechseln?

Man kann nicht zu oft oder zu viel Wasser wechseln! Solange das Wechselwasser dem Vasenwasser so ähnlich wie möglich ist (Temperatur, Härte, PH, siehe unten), und sie es möglichst sanft einlaufen lassen, wechseln sie so oft und so viel wie möglich. Mein persönliches Minimum liegt bei 30% alle 10 Tage. Wahrscheinlich geht es in gut laufenden Vasen auch seltener. Andererseits macht es Sinn, besonders in den ersten Wochen auch 2 mal wöchentlich über 50% zu wechseln. Da man aber nicht zu viel wechseln kann, seien sie nicht faul..... nicht so faul wie ich ;) Wasser wechseln ist die einfachste, risikoärmste Maßnahme, ihrer Vase etwas Gutes zu tun. Wenn sie Tiere in der Vase haben, besonders Garnelen, dann achten Sie darauf, dass das Wechselwasser möglichst die gleichte Temperatur hat, wie das Vasenwasser. Lassen sie es eher langsam einlaufen, damit die Tiere sich an das neue Wasser gewöhnen können.


 

Welche Wasserwerte sind wichtig und wie teste ich sie?

In erster Linie erkennen sie, ob ihre Wasserwerte gut sind, indem sie Tiere und Pflanzen beobachten. Manche Tiere benötigen spezielle Wasserwerte! Informieren sie sich im Vorfeld!

Die Werte ihres Leitungswassers (zumindest die Durchschnittswerte) finden sie im Internet bei ihrem Wasserversorger.

Manchmal befinden sich Spuren von Kupfer im Leitungswasser (Heißwasserboiler oder Kupferleitungen). Kupfer ist für Garnelen so gefährlich, dass die Konzentrationen, die sie bereits umbringen könnten, mit einem üblichen Kupfertest gar nicht gemessen werden können. Es macht IMMER Sinn, Wasser aus der Leitung erst wenige Minuten ablaufen zu lassen, um das abgestandene Wasser aus den Leitungen zu entfernen. Entnehmen sie zum Beispiel Vasenwasser einfach nach dem Duschen. Zapfen sie das Wasser kalt, so dass es nicht durch den Boiler fliesst. Lassen sie es einfach über Nacht stehen, so nimmt es die Raumtemperatur an und eventuelles Chlor kann auch ausdampfen.

 

Ein Wort zum Thema Wasser sparen: In Deutschland macht es zur Zeit keinen Sinn, besonder sparsam mit Leitungswasser umzugehen. Durch den gesunkenen Wasserverbrauch werden die Leitungssysteme nicht mehr genügend durchgespült und es bilden sich Keime. Die Wasserversorgen müssen immer wieder extra Wasser durch die Leitungen pumpen, weil sie das nicht tun ;) 

 

GH und KH (Gesamthärte und Karbonhärte) sollten niedrig sein. Unter 10 ist großartig, über 15 ist nicht so toll, ab 18 ist echt hoch. Wollen sie bestimmte Garnelen halten, informieren sie sich über deren Bedürfnisse.

Ein PH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 ist klasse für die meisten Tiere und Pflanzen. Meist wird er höher liegen. Durch die CO2 Zufuhr senken sie den PH-Wert ein wenig und Soil (aktiver Bodengrund) hilft auch dabei. Umso höher die KH(Karbonhärte), desto schwieriger wird es, den PH zu senken.

 

Um sich sicherer zu fühlen, kann man zusätzlich bestimmte Wasserwerte messen, wenn man will.

 

Eventuell kann ein PH-Messgerät und ein Leitwertmessgerät Sinn machen (Wenn sie CO2 zuführen und/oder wenn sie Osmosewasser aufsalzen) Jeweils um die 15,- im großen Internetauktionshaus zu bekommen. 

Man kann den PH-Wert auch per Tröpfchentest messen. Das ist aber umständlich und auf Dauer nicht billiger als ein PH-Messgerät.

Ein CO2-Dauertest aus Glas kann ganz hübsch sein. Er verändert die Farbe, wenn der CO2-Gehalt sich verändert. Eine CO2-Überdosierung (mit gefährlich sinkendem PH-Wert) hat man so besser im Blick.

Ein Nitrattest kann Sinn machen, wenn sie Nitrat aufdüngen, weil zu hohe Werte nicht gut für Garnelen sind. 

Weitere Tests können wirklich interessant sein, sind aber nicht nötig. 

Die wichtigsten Messgeräte sind ihre Augen und ihr Verstand. 


 

Tierische Vase

 

Über Kleinstlebewesen, die von alleine auftauchen können

Hüpferlinge, Muschelkrebse, Scheibenwürmer, Glockentierchen, Teichschlangen und wie auch immer sie alle heissen: Sie werden auch in ihrer Vase auftauchen. Sie haben ein Mini-Biotop geschaffen, das haben sie nun davon. Sie sind harmlos!

Ernsthaft gefährlich für Garnelen können Libellenlarven sein. (Es hilft nur: Raus fangen!)

Eine gewisse Gefahr für Garnelen kann von bestimmten (nicht allen!) Planarien ausgehen. (Bei starkem Befall No-Planaria oder Panacur, ansonsten helfen schon Fallen mit rohem Fleisch (siehe Link))

Hydren sollen in der Lage sein, auch mal eine frisch geschlüpfte Garnele zu fangen. (Bei mir verschwinden Hydren nach einer Weile von alleine, auch wenn sie mal wirklich sehr viele werden können. Man kann sie ganz gut mit einem Wattestäbchen abstreifen)

Saugwürmer sind unangenehm für Garnelen und können bei starkem Befall die Tiere schwächen. (Zur Bekämpfung Tremazol)

 

Das wars an Gefahren. Kein Grund zur Panik. Die mit Abstand meisten Kleinstlebewesen sind harmlos und hochinteressant. Herzlichen Glückwunsch: Ihre Vase lebt!

Meist verschwinden sie wieder, wie sie gekommen sind. Meist finde ich das schade...die sind wirklich echt spannend zu beobachten.


 

Über Kleinstlebewesen, die man gezielt halten/züchten kann

Ich habe in alle Vasen Daphnien (Wasserflöhe) gesetzt. Zur Zeit halten sie sich in meiner großen 37l Vase am besten. Daphnien werden auch wissenschaftlich zur Beurteilung der Wasserqualität eingesetzt! Eigentlich müsste ich sie unter "Wassertests" noch mal aufführen ...

 

In einer Minivase habe ich Hydren gesammelt, aber die sind schwer zu halten. Ihr Nahrungsbedarf ist sehr hoch und meine Wasserflöhe vermehren sich nicht schnell genug, um die Hydren ausreichend zu füttern. 

Es gibt viele weitere Kleinstlebewesen, die man gezielt in Vasen vermehren kann. Spannend sind sie alle. 


 

Welche Schnecken für Vasen?

 

Blasenschnecken stellen sich fast immer von selbst ein. Ihr Laich kommt mit Pflanzen in ihre Vase. Sie sind anspruchslose und hervorragende Helfer! Sie nehmen ihnen die Müllentsorgung ab, reinigen die Scheiben und sorgen dafür, dass zuviel Futter schnell abgebaut wird, bevor es dem Wasser schaden kann. Körper und Gehäuse sind vielfältig und interessant gefärbt. Am besten, sie setzen gleich einige in ihr frisches Becken, statt abzuwarten, bis sich die eingeschlichenen Migranten vermehren. 


 

Turmdeckelschnecken ergänzen sich hervorragend mit Blasenschnecken, denn sie sorgen für die Bodenpflege. Falls sie jedoch groben Kies verwenden, können die TDS nicht gut graben. Bei Sand und auch bei Soil sind sie hervorragende Helfer. Ich selbst habe indische TDS und Noppen-TDS. Zu sehen bekomme ich sie aber nur bei der abendlichen Fütterung, ansonsten arbeiten sie im Bodengrund. Bei Sauerstoffmangel halten sie sich vermehrt auch tagsüber an den Scheiben auf und klettern an die Oberfläche. Ein hervorragendes Alarmsystem!

 

Posthornschnecken gibt es in verschiedenen Farben. Wie die Blasenschnecken sind sie wunderbare Helfer in der Vase und bei ihrer Farbenvielfalt ist für jeden Geschmack etwas dabei. 

 

Schlammschnecken (nicht Spitzschlammschnecken) sind eventuell für größere Vasen geeignet. Da sie aber gerne mal Ausflüge außerhalb des Wassers unternehmen, sind sie für Vasen nicht unbedingt geeignet.

Alle anderen Schnecken sind aus verschiedenen Gründen nicht für die Haltung in Vasen geeignet. (Benötigen eine Abdeckung, mehr Platz, höhere Temperaturen, speziellen Aufwuchs etc.)

 

Die genannten Schnecken vermehren sich nur so weit, wie Futter für sie vorhanden ist. Die gefürchtete „Schneckenplage“ ist somit nur ein Warnzeichen, dass sie zu viel füttern oder Pflanzen nicht gut versorgt sind, denn auch absterbende Pflanzenteile werden von ihnen entsorgt. Es ist auch möglich, dass sie eine „Algenplage“ haben, die sie aber nicht bemerken, weil die Schnecken sie im Zaum halten. 

Es gibt also absolut keinen Anlass für die unter Aquarianern weit verbreitete Schneckenphobie. 


 

Garnelen in Vasen?

Eigentlich brauchen Garnelen eine große Grundfläche, da sie gerne „laufen“. Gestalten sie ihre Vase so, dass auch in den höheren Lagen aufgebundene Moose auf Zweigen und Wurzeln zum abweiden einladen und erhöhen sie so die „Spazierflächen“ für Garnelen. Zwar kann man Zwerggarnelen schon in 10l Gefäßen halten, es macht aber mehr Spaß ab etwa 20 Litern. Wichtiger als das Gesamtvolumen ist die Lebensraumgestaltung. Neben Spazierflächen sind etwas freier Schwimmraum und viele Versteckmöglichkeiten angebracht. Als Gruppentiere fühlen sich Garnelen in einer Gruppe ab 10 Tieren wohl... mehr ist besser. Beachten sie unbedingt, dass manche Garnelenarten spezielle Ansprüche an die Wasserqualität stellen!  Informieren sie sich ausgiebig, bevor sie sich Tiere anschaffen! 


 

Fische in Vasen?

Ja klar. Wirklich erfahrene Fischaquarianer können seltene, kleine und wenig Raum beanspruchende Fische auch in (eckigen, nicht runden) Vasen halten. Alle anderen sollten den Gedanken schnell vergessen. Ich auch. 

 

Linkliste zum Vasenshopping: 

 

Leitwertmessgerät MIT ATC für 9,90 +3.90 Versand Ebay Artikelnummer 321092255153

 

PH-Messgerät 8,39€ inkl. Versand Artikelnummer E B A Y : 200847322460 

Günstige Testsets (braucht man nicht dringend!)

 

 

 Aquasabi: Mini-CO2-Dauertest ohne Flüssigkeit (dazu kaufen!) für 9,90 (Plus Versandkosten, aber hier gibt es auch tolle Pflanzen, die JBL-Bio-CO2-Anlage und die transparenten Schläuche für die CO2 Anlage)

Ikea: Vase Bladet:
6,6 Liter: 9,99
22 Liter: 14,99
37 Liter: 29,99
Dazu hilfreich: Volumenberechnung Zylinder online

Ikea Spot Jansjö, 9,99: 
Klemmspot
Mit Fuß

Pinzette 60cm, 15,99: gerade oder gebogen

Scheren:

30cm gebogen, rostfrei 13,49 

50cm Mikroverzahnt, 32,99

Zooplus: Günstige Bio-CO2-Anlage mit hübschem Glasdiffusor (Topper funktionieren nicht ohne Wasserbewegung!) : 18,90 (Achtung: Versandkostenfrei ab 19,-)

Oder von Aquasabi, aber mit Versandkosten (macht Sinn, wenn sie dort eh etwas bestellen)

 

(Es sind schwarze Schläuche dabei, kann man besser gegen transparente tauschen, sieht besser aus. Muss kein spezieller CO2-Schlauch sein (Verluste unterwegs sind tolerierbar)

 

Mini Heizer 6,99


Mini-Osmose-Anlage 39,-

Von Garnelen-Tom: 

(Sonderpreise für FB-Fans! Auf Anfrage auch ohne FB-Account möglich!)

Dennerle 11 Watt Aufsteckleuchte (geht NICHT ohne weiteres an runde Vasen, aber mit etwas Fummelei an die Klemme einer Jansjö Klemmleuchte (s.o) 27,95

Mini-Oxydator, 7,85

Nachfülllösung H2O2, 1 Liter 6%, 6,59

Garnelen-Kescher bis 62cm ausziehbar, 7,65

Futternäpfe und Futterrohre

Bastelideen:

Futternapf bodenfrei

Schicke Bio-Co2-Behälter für die Fensterbank

 

 



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